Fasziniert von den Mechanismen der Wahrnehmung der Realität, der Erinnerung und des Gedächtnisses, entwickelt der Zürcher Künstler Uwe Wittwer (*1954) seine künstlerische Vorgehensweise durch subtile Kompositions- und Bildverformungsspiele, symbolische Assoziationen und kollektive wie intime Referenzen. Als wahrer Ermittler durchforstet er Archive und fördert Fragmente einer oft beunruhigenden Vergangenheit zutage, wobei er sich mit den dunklen Bereichen unserer Geschichte auseinandersetzt, wie dem schweizerischen Kolonialerbe, der Zerstörung von Kulturgütern oder dem Zweiten Weltkrieg. Die Kunstgeschichte ist ein zentraler Bestandteil seiner Überlegungen: Durch einen ständigen Dialog mit alten Werken – insbesondere Zeichnungen und Druckgrafiken der Renaissance – hinterfragt er seine eigene Praxis zwischen Aneignung und Umdeutung. Die Begriffe des Auslöschens, des Bruchs, der Zerstörung prägen Uwe Wittwers Arbeit sowohl thematisch als auch formal. Der Künstler erforscht die Ausdrucksmöglichkeiten jedes Mediums und spielt mit deren Grenzen, um eindringliche Bilder zu schaffen, in denen Reminiszenzen und Erscheinungen verschmelzen.

Uwe Wittwer. Avant que le verre ne cède ist die erste monografische Ausstellung in der Westschweiz, die dem Zürcher Gegenwartskünstler gewidmet ist. Die Hängung wird monumentale Aquarelle präsentieren und gleichzeitig einige emblematische Serien hervorheben. Eine Ausstellung unter der Leitung von Marie Gaitzsch, Konservatorin der Schönen Künste, und Margaux Farron, Konservatorassistentin.

1. Mai 2026 bis 9. August 2026