Elisa Zanetti, 35 Jahre alt, sitzt seit zehn Jahren im Gefängnis, weil sie ohne erkennbares Motiv ihre ältere Schwester getötet hat. Sie selbst hat fast keine Erinnerung an das Verbrechen, nach der Tat hüllte sie sich in Schweigen. Ihre Strafe verbüsst sie in der Haftanstalt Moncaldo, einem Modellgefängnis in den Bergen mit eigenem Universitätszentrum. Als der renommierte Kriminologe Alaoui als Gastdozent eingeladen wird, entschliesst sie sich, an seinen Forschungen zu Familienverbrechen teilzunehmen. In spannungsgeladenen und unerbittlichen Dialogen mit dem Wissenschaftler versucht sie, die Umstände und Motive des Mordes zu rekonstruieren. Während ihre Erinnerungen langsam Gestalt annehmen, werden die Sitzungen zu einem schmerzhaften Prozess der Selbsterkenntnis. Der italienische Regisseur Leonardo Di Costanzo interessiert sich in seinem vierten Spielfilm weniger für das Verbrechen selbst als für die innere Reise der Täterin. Meisterlich gespielt von Barbara Ronchi und Roschdy Zem in den Hauptrollen, erweist sich "Elisa" als vielschichtige Reflexion über Schuld, Scham, Vergebung und Neubeginn, die einfache Antworten meidet.

Der Film wird im Kinok – Cinema in der Lokremise in St. Gallen gezeigt. Die Vorführungen finden an mehreren Terminen im Juni 2026 statt; die genauen Daten sind in der App ersichtlich.

Programm und Preisinformationen liegen aus den Quellen nicht vor.

Inspiriert von Studien und Gesprächen der Kriminologen Adolfo Ceretti und Lorenzo Natali ist der Film Teil der "Cinema italiano"-Reihe.