Ein Sommerconcert, bei dem das Jugend Sinfonie Orchester des Konservatorium Bern unter der Leitung von Droujelub Yanakiew erklingt. Micol Kreth erhebt sich als Solistin an der Harfe – ein Instrument, dessen Klang wie Licht durch Morgennebel bricht, warm und durchscheinend zugleich. Wer die Stille eines Abends kennt, in dem die Luft noch schwer vom Tag liegt und die Musik beginnt, weiß, welche Erleichterung und welches Glücksgefühl ein solcher Moment spendet. Die Pastorale verspricht keine laute Empörung, sondern eine sanfte Waagerechte der Hoffnung: dass junge Musikerinnen und Musiker auftreten dürfen, dass Solistinnen sichtbar werden, dass ein Forum Namens Yehudi Menuhin dennoch für offene Künste steht. In dieser Hinsehen – der Leitung, dem Spiel, dem gemeinsamen Atem der Jugend vor Publikum – liegt ein stiller Jubel, der die Dunkelheit der Zeit nicht auslöscht, aber für die Dauer einiger Takte überstrahlt.