Eine szenische Lesung von C.F. Ramuz' Klimaroman "Sturz in die Sonne". Mathias Peter (ehem. Direktor St. Galler Kellerbühne) und Kontrabassist Ralph Hufenus bringen die literarische Klimafiktion als Zusammenspiel von Wort und Klang auf die Bühne.
Das Stück thematisiert die menschliche Ignoranz gegenüber drohenden Gefahren, verglichen mit Beispielen wie Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter" und dem Film "Don't Look Up". Es beleuchtet die globale Erderwärmung und die Frage, warum Wissen nicht zu Handeln führt.
Die Inszenierung nutzt die Bildwelt des Romans – schmelzende Gletscher, brennende Landschaften, eine Gesellschaft im Stillstand – als akustisch-szenische Versuchsanordnung. Der Kontrabass reagiert auf den Text, mal perkussiv, mal als Resonanzraum der Hitze. Wort und Musik wechseln sich ab, verschmelzen oder stehen im Kontrast zueinander.
Mathias Peter agiert als Prophet mit starker Bühnenpräsenz, während Ralph Hufenus Klangbilder erzeugt, die glühendes Eisen, flirrende Hitze und Zerbrechlichkeit evozieren.
Das Festival steht unter dem Motto "Spanien und Panta Rhei: alles fliesst, alles verändert sich".