Das unkonventionelle Biopic «Fuori» von Mario Martone erzählt die Geschichte der italienischen Schriftstellerin Goliarda Sapienza. Rom 1980: Nach einer kurzen Haftstrafe trifft sich die erfolglose Schriftstellerin weiterhin mit den Frauen, die sie hinter Gittern kennengelernt hat, darunter die junge Straftäterin Roberta. Aus der Beziehung entwickelt sich eine enge Freundschaft, die Goliarda ihre Lebenslust und Inspiration zum Schreiben zurückgibt.
Der Film verbindet das Leben der Autorin mit fiktionalen Elementen aus ihren Büchern. In episodenhafter, assoziativer Struktur folgt er den Begegnungen der beiden Frauen, die sich in Bars treffen oder spontane Streifzüge durch Rom unternehmen. Mit jeder Begegnung gibt der Film mehr von der Geschichte preis und erkundet die Beziehung zwischen Freundschaft und Faszination. Der Film thematisiert soziale Ungleichheiten und einengende Rollenbilder.
Goliarda Sapienza (1924–1996) wurde erst posthum bekannt. Ihr Roman «Die Kunst der Freude» wurde zeit ihres Lebens nicht veröffentlicht. Aus ihrer Haftzeit in den 1980er-Jahren entstanden die Werke «Tage in Rebibbia» und «Die Gewissheiten des Zweifels», in denen sie über die Rolle des Gefängnisses in der Gesellschaft nachdenkt. Martone drehte «Fuori» in Sapienzas Haus und mit echten Gefangenen des Gefängnisses Rebibbia. Der Film feierte seine Premiere an den Internationalen Filmfestspielen von Cannes.
Ort: Kino Cameo, Winterthur.