Lennart Schilgen ist Kabarettist, der neben Konzerten und Kleinkunstpreisen (Prix Pantheon, Stuttgarter Besen u. v. m.) vor allem eines tut: sich davon. Auf Radtour, ins Kloster, ins kommunistische Sommercamp oder in die Untiefen seiner Gedanken.

Dabei sind Lieder über die Ab- und Umwege in der Welt und im eigenen Kopf herauskommen. Voller Leichtigkeit und Witz, aber auch ohne Scheu davor, sich den dunklen Ecken zu widmen. Diesmal wird teils jahrelang Unter-den-Teppich-Gekehrtes hervorgekramt: Die alte PUR-Kassette. Die Grundschulzeugnisse. Die Sache mit der Nachtbushaltestelle.

Zum Glück führt Schilgen sicher über jeden Abgrund – getragen von seinem versierten Klavier- und Gitarrenspiel, Stimme und seinem «wachen Geist, mit Herz und Humor und hinterhältigen Pointen» (Laudatio zur «Tuttlinger Krähe»). Und wenn alle Stricke reissen, gibt's ja immer noch die Gedichte: kleine, sprachliche Wundertüten, zu tiefst albern, in höchstem Masse kunstvoll.

Freitag, 16. Oktober 2026 Theater Fauteuil, Basel